Wenn Frauen Priester lieben

TV-Doku

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Ein Spaziergang Hand in Hand durch den Park, der für jedes „normale“ Paar selbstverständlich ist, war für Nora Musenbichler eine weit entfernte Utopie. 15 Jahre lang – und somit länger als manch legitimierte Ehen – führte sie eine verdeckte Liebesbeziehung mit Max Tödtling, der bis vor Kurzem Pfarrer und Dechant von Leoben-Donawitz war. Nur die Familien waren eingeweiht.

Es fiel ihnen nicht leicht, dieses Geheimnis mitzutragen – und manchmal „mitlügen“ zu müssen. Jetzt ist das Versteckspiel vorbei – Max entschloss sich, auch öffentlich zu seiner Partnerin zu stehen. Nora und Max wollen heiraten. Dazu braucht es noch die sogenannte Laisierung – eine Zeit des Wartens auf die Erlaubnis aus Rom.

Als die gebürtige Amerikanerin Colleen ihren zukünftigen Mann kennenlernt, ist er Buchhändler. Danach studiert Gerhard Höberth evangelische Theologie und wird evangelisch-lutherischer Pastor. Jahre später konvertiert er und tritt in die römisch-katholische Kirche über. Obwohl er Frau und vier Kinder hat, wird er schließlich ganz offiziell im Wiener Stephansdom zum katholischen Priester geweiht.

Denn aufgrund seiner Konversion bekam er eine Art Ausnahmegenehmigung aus dem Vatikan: Die kirchenrechtliche Weihebedingung, zölibatär zu leben, gilt für ihn nicht. Wobei Höberth wichtig ist, dass er nicht von sich aus darauf gedrängt hat, zum Priester geweiht zu werden. Es sei ein Angebot gewesen, das er dankbar angenommen habe.

Als Verheirateter auch Priester sein: Warum darf er, was andere nicht dürfen? Eine einmalige Ausnahme? Oder will Kardinal Christoph Schönborn, der sich im Vatikan sehr für die Weihe Höberths eingesetzt hat, einen Versuchsballon steigen lassen?

Ob die Gläubigen mit einem verheirateten römisch-katholischen Priester ein Problem haben? Verheiratete Priester feiern Gottesdienste und spenden Sakramente. Sie trauen junge Paare und taufen Kinder und Enkelkinder. Und sie tun es mit oder ohne Erlaubnis „von oben“. Eine römisch-katholische Realität. Wenn Priester Frauen lieben – und umgekehrt: eine „kreuz und quer“-Doku über verheiratete Priester und deren Frauen.